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Turnen und Sport in Eimsbüttel

Eimsbüttel hat eine reiche Turn- und Sportgeschichte aufzuweisen. Traditionsreiche Vereine entstanden zum einen mit dem ETV in der zweiten Gründungswelle der Turnvereine und zum anderen mit den Ruder-, Hockey-, Tennis- und Fußballvereinen, die „English sports“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahmen. Herausragende Sportplätze waren damals die Radrennbahn Grindelberg, das Velodrom in Stellingen und der HSV-Sportplatz an der Rothenbaumchaussee. Heute sind es die ETV-Halle an der Bundesstraße und der SC-Victoria-Sportplatz am Lokstedter Steindamm sowie der Uni-Sportplatz und die Tennis- und Hockey-Anlagen in Rotherbaum. Nicht zu vergessen das Haus des Sports am Schlump als heutiges Zentrum der Hamburger Turn- und Sportvereine.

Die Turn- und Sportgeschichte spiegelt die deutsche Zeit-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte wider: den Aufstieg von „English sports“ als spielerisches Pendant zur Etablierung einer modern-urbanen Stadtgesellschaft in einer bürgerlich-kapitalistischen Ökonomie;  die Anfänge des Arbeitersports im Rahmen der Arbeiterbewegung; die Veränderung der Vereine im Nationalsozialismus durch die NS-Ideologie mit den Vereinsführerschaften und dem NS-Schulungswesen; die Demokratisierung des Sports nach 1945 und den Aufstieg des Frauensports u.a. mit dem Frauenfußball seit den 1970er-Jahren.

Große Sportlerpersönlichkeiten standen und stehen in Beziehung zu Eimsbüttel. Zu erinnern ist z. B. an die Lehrerin und Ballspielerin Martha Möller; an den Arbeiter-Fußballer Erwin Seeler (Vater von Uwe Seeler) mit seinen Auftritten auf dem SC Victoria-Sportplatz und beim HSV; an den deutschen Radballmeister Gustav „Guschi“ Koeping sowie an die Frauenfußballerin und DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg.

Turn- und Sportvereine



EIMSBÜTTELER TURNVERBAND


Vorgeschichte des Eimsbütteler Turnhallenbaues
Denkschrift zur Grundsteinlegung der neuen Turnhalle des Eimsbütteler Turnverbandes e.V. (10. Juli 1909)

40 Jahre ETV (1889 - 1929)
"40 Jahre Turnen - Spiel - Sport." Aus dem Inhaltsverzeichnis dieser Festschrift: Entwicklung des Vereins, Leichtathletikabteilung, Fußballvereinigung, Schwimmen, Trommler- und Pfeiferkorps, Wassersport, Tennis-Abteilung, Fechten, Kinder. Verfügbar als PDF in den digitalisierten Beständen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

50 Jahre ETV (1889 - 1939)
Aus dem Inhaltsverzeichnis dieser Festschrift: Vorworte, Eimsbütteler spielen Fußball, Männerhandball, Frauenhandball, Frauen- und Kinderturnen, Leichtathletik, Tennis und Hockey, Wassersport, Bootshaus, Schwimmen, Sportmode, Vereinsführung.

Schlagball und Faustball in Norddeutschland
In Hamburg war es zuerst der ETV, der diese Spiele aufnahm.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 146-153.

ETV Webseite zur Geschichte des Vereins

Der Eimsbütteler Turnverband e.V. - Hamburger Rathausausstellung 2016 (Tafel 20) Rathausausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte“. 



HAMBURGER FUSSBALLCLUB VON 1888 (heute HSV)

Hamburger Fußballclub von 1888
Wie der Fußballclub gegründet wurde und wieso er sich auflöste schildert dieser kurze Artikel.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 176-180.

Der Hamburger Sportverein e.V. - Hamburger Rathausausstellung 2016 (Tafel 16)
Rathausausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte“. 


SPORTCLUB GERMANIA


Durch die Verschmelzung der beiden 1884 gegründeten Vereine Hohenfelder Sportclub und Marientaler Sportclub wurde im Jahre 1887 der Sportclub Germania gegründet. Durch die Vereinigung mit dem Hamburger Fußballclub von 1888 im Jahr 1919 entstand der HSV.

Sportclub Germania
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 181-182.



SC SPERBER HAMBURG

Sportclub Sperber von 1898
"Bei der Vielheit der damals bestehenden Radfahrklubs war es nicht leicht, einen Namen für den jungen Klub zu finden, da fast alle Vogelnamen vergriffen waren", lesen wir in einem kurzen Abriss aus dem Jahr 1930.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 200-201.



SC VICTORIA HAMBURG VON 1895

Der SC Victoria Hamburg wurde am 5. Mai 1895 als Fußball-Club Victoria von 1895 gegründet und war zunächst ein reiner Fußballverein. Der Verein erweiterte sein Sportangebot um Leichtathletik (1901) und Tennis (1904). Später folgten Turnen (1912), Handball (1922), Hockey (1924) und Tischtennis (1925). Aus dem FC Victoria wurde der Sport-Club Victoria von 1895 e. V. Den heutigen Namen SC Victoria Hamburg von 1895 e. V. trägt der Verein seit 1975. Das aktuelle Sportangebot umfasst die Abteilungen Fußball, Handball, Leichtathletik, Tennis, Hockey, Golf, Tischtennis, Turnen und Gymnastik sowie Kampfkunst. (Quelle: https://sc-victoria.de/vereinsphilosophie/)

Liederschatz
(Mein blau und gelbes Band, Victoria-Hymne, Das Gänselied, Fußball-Lied, Eine Seefahrt die ist lustig!, Wir traben in die Weite, Wenn dich der Kummer plagt)

Sportclub Victoria von 1895
Victoria entwickelte sich aus einem reinen Fußballclub, dessen Wiege das Heiligengeistfeld war. Hier fanden sich täglich nach Schulschluss eine Anzahl von Schülern der umliegenden Realschulen ein, um Fußball zu spielen. Das Fußballspiel war durchaus nicht beliebt bei den Eltern, weil es von der Schule ablenkte und auch höhere Schuhreparaturkosten mit sich brachte. Über Geschichten und Geschehnisse berichtet dieser Artikel.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 190-192.


Der SC Victoria Hamburg - Hamburger Rathausausstellung 2016 (Tafel 17)

Rathausausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte“. 


Sportlerinnen und Sportler / Funktionäre


Henry Barrelet (1889–1939)
Fußballer und später Funktionär beim HFC, dem Vorläufer des HSV, später Vorsitzender des HSV.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 227.


August Bosse (1866-1935)
Langjähriger Leiter der Fußballabteilung ETV.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 236-238.

Über seine Rolle als Verbandsfunktionär in der Nazizeit wies eine Ausstellung im Rathaus zum Hamburger Fußball im Nationalsozialismus im Jahre 2016 hin.


Paul Hauenschild (1882-1962)
Spieler und Präsident beim HFC, dem Vorläufer des HSV, später Gründungsmitglied, Vorsitzender und Mäzen des HSV.
In: Festschrift zum 25 jährigen Bestehen des Nordeutschen Sportverbandes e.V. (1905-1930), S. 234.